Soundgarden gehören zu den wichtigsten Bands des Grunge und des Classic Rock. Dieser Beitrag beleuchtet die Meilensteine ihrer Karriere, von den frühen, harten Alben wie Louder Than Love und Badmotorfinger bis hin zum kommerziellen Höhepunkt Superunknown mit Hits wie „Black Hole Sun“ und „Spoonman“. Im Fokus stehen die Soundgarden beliebte Lieder und Alben, die durch Chris Cornells einzigartige Stimme und Kim Thayils komplexe Riffs unsterblich wurden. Wir geben außerdem ein Update zum unvollendeten letzten Album der Band mit Cornells Gesangsspuren.
Es gibt Bands, deren Sound so einzigartig und monumental ist, dass er jede Genre-Schublade sprengt. Soundgarden aus Seattle gehören definitiv dazu. Sie waren mehr als nur Grunge – sie waren eine Brücke zwischen dem tonnenschweren, psychedelischen Hard Rock der 70er und der rohen, emotionalen Wucht der 90er. Ihre Musik, geprägt von den atemberaubenden, vier Oktaven umfassenden Vocals von Chris Cornell und den komplexen, oft in ungeraden Takten gehaltenen Riffs von Gitarrist Kim Thayil, hat ein Vermächtnis geschaffen, das bis heute nachhallt. Wer sich für Classic Rock interessiert, kommt an Alben wie Superunknown und Badmotorfinger nicht vorbei. Wir tauchen tief ein in die Welt von Soundgarden beliebte Lieder und Alben, beleuchten die Meilensteine, die aktuellen Entwicklungen und warum ihre Musik auch heute noch so verdammt relevant ist.
Key Facts zu Soundgarden
- Vier-Oktaven-Stimme: Frontmann Chris Cornell besaß eine der virtuosesten und kühnsten Stimmen des Rock, die oft mit den überlebensgroßen Vorfahren der 70er wie Robert Plant von Led Zeppelin verglichen wurde.
- Die Architekten des Grunge: Soundgarden wurde 1984 gegründet und gilt neben Bands wie Green River als einer der Pioniere der Grunge-Szene in Seattle, lange bevor der Hype losbrach.
- Superunknown als Meisterwerk: Das 1994 veröffentlichte Album markierte ihren kommerziellen Höhepunkt, brachte ihnen internationale Superstardom und gilt vielen als das „Sgt. Pepper’s des Grunge“.
- Komplexe Rhythmen: Die Band, insbesondere Gitarrist Kim Thayil und Drummer Matt Cameron, waren bekannt für ihre Vorliebe für unkonventionelle Taktarten (wie 7/4 in „Spoonman“) und tief gestimmte, schwere Riffs, die dem Sound eine einzigartige Komplexität verliehen.
- Das unvollendete Album: Trotz Chris Cornells tragischem Tod im Jahr 2017 ist ein letztes Soundgarden-Album, das seine bereits aufgenommenen Gesangsspuren enthält, „über die Hälfte fertiggestellt“ und wird von den verbliebenen Mitgliedern Kim Thayil und Matt Cameron weiterverfolgt.
- Hamburg-Verbindung: Soundgarden spielte in ihren frühen Jahren, als sie noch Geheimtipps waren, in der Markthalle in Hamburg, einem der legendären Clubs der Hansestadt.
Das Meisterwerk: Die Ära von „Superunknown“ und die beliebtesten Lieder
Wenn man über Soundgarden beliebte Lieder und Alben spricht, führt kein Weg an Superunknown vorbei. Das vierte Studioalbum der Band, veröffentlicht 1994, war der perfekte Sturm aus kommerziellem Erfolg und künstlerischer Tiefe. Es war das Album, das Soundgarden zu dem machte, was niemand – die Band eingeschlossen – von ihnen erwartet hatte: Superstars.
Die Produktion des Albums, gemeinsam mit Michael Beinhorn, war filigraner und ließ der Musik mehr Raum zum Atmen als der Bulldozer-Sound des Vorgängers Badmotorfinger. Doch die Tiefe der Platte ist es, die sie zeitlos macht.
„Black Hole Sun“: Der bekannteste Song der Band, der oft als ihr „Dream On“ bezeichnet wird, entstand in nur 15 Minuten. Cornell hatte den Titel durch ein Missverständnis eines Nachrichtensprechers aufgeschnappt, was zu dem surrealen, Magical Mystery Tour-artigen Text führte. Der Song war nicht nur ein gigantischer Hit des Sommers 1994, sondern auch ein Meilenstein für die Band, da er die melancholische Seite von Cornell in den Vordergrund stellte.
„Spoonman“: Die erste Single von Superunknown und Soundgardens erster Billboard-Chart-Erfolg war eine mutige Wahl für den Mainstream. Sie bestach durch ihren kniffligen 7/4-Takt und die klirrende Percussion des titelgebenden Seattle-Straßenmusikers Artis the Spoonman. Cornell erklärte, der Song handle vom Widerspruch zwischen dem, was der Künstler ist, und wie er von anderen falsch eingeschätzt wird.
„Fell On Black Days“: Ein bluesiger, langsam brennender Rocksong, in dem Cornell seine Vergangenheit mit Depressionen konfrontierte. Er beschrieb das Gefühl, glücklich zu sein, nur um plötzlich zu erkennen, dass man extrem unglücklich ist, ohne dass es einen bestimmten Auslöser gibt. Trotz seiner düsteren Thematik – oder gerade deswegen – wurde er zu einer der meistgeliebten und identitätsstiftenden Balladen der Grunge-Ära.
„The Day I Tried to Live“: Dieser Song ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Cornells Texte oft missverstanden wurden. Viele interpretierten ihn als Selbstmord-Song, dabei ging es ihm darum, aus festgefahrenen Mustern und der eigenen Zurückgezogenheit auszubrechen – den Versuch, „normal zu sein“. Musikalisch ist es eine von Cornells opernhaftesten und pulsierendsten Gesangsleistungen auf einer Soundgarden-Single.
Der harte Kern: Von „Louder Than Love“ zu „Badmotorfinger“
Bevor Superunknown die Charts eroberte, hatten Soundgarden bereits einen Ruf als die technisch versierteste und härteste Band der Seattle-Szene. Ihre frühen Werke sind ein Muss für jeden, der wissen will, wo die Wurzeln des modernen Classic Rock liegen.
Louder Than Love (1989): Dieses Album ist ein reiner Energieausbruch, den Fans als „unprätentiöser Wahnsinn“ beschreiben. Es ist der Sound einer Band, die noch nicht auf Superstardom ausgerichtet war, aber bereits ihre unglaubliche Dynamik entfesselte. Songs wie „Big Dumb Sex“ (trotz des Witz-Charakters) zeigen Cornells unglaubliche stimmliche Bandbreite und Energie. Es ist ein Album, das mit seiner Power und Vielfalt schockiert, selbst wenn man es schon „eine Milliarde Mal gehört“ hat.
Badmotorfinger (1991): Dieses Album, oft als Brücke zwischen Sludge Metal und Grunge gesehen, zementierte ihren Ruf für komplexe Rhythmen und knallharte Riffs. Hier finden sich essentielle Soundgarden-Klassiker, die bis heute in jeder Rock-Playlist auftauchen sollten.
„Rusty Cage“: Cornell wollte mit diesem Opener einen „Hillbilly-Black-Sabbath-Crossover“ schaffen. Der Song wurde später von Johnny Cash auf seinem Album Unchained gecovert, was die zeitlose Qualität und den Crossover-Appeal des Soundgarden-Songwritings unterstreicht.
„Outshined“: Mit der ikonischen Zeile „I’m looking California and feeling Minnesota“ begann Cornell, biografischer in seinen Texten zu werden. Der Song, der auch den Titel für einen Film inspirierte, fängt perfekt das Gefühl der inneren Zerrissenheit ein, das viele Fans in der Grunge-Ära ansprach. Die musikalische Schlichtheit und Rafinesse, die in diesen frühen Alben steckt, ist bemerkenswert.
Die postume Ära und das unvollendete Vermächtnis
Der tragische Tod von Chris Cornell im Jahr 2017 hinterließ eine riesige Lücke in der Musikwelt. Doch sein musikalisches Erbe lebt nicht nur in den Meisterwerken von Soundgarden weiter, sondern auch in seinen Soloarbeiten und Projekten.
Audioslave und Temple of the Dog: Cornells Vielseitigkeit zeigte sich auch in seinen Supergroups. Mit Audioslave (zusammen mit den Instrumentalisten von Rage Against the Machine) feierte er mit Hits wie „Like a Stone“ große Erfolge. Das Projekt Temple of the Dog, das er zum Gedenken an seinen verstorbenen Freund Andrew Wood gründete, brachte mit „Hunger Strike“ ein emotionales Duett mit Eddie Vedder hervor, das ebenfalls ein Rock-Hit wurde.
Das Versprechen des letzten Albums: Die wohl wichtigste Neuigkeit für alle Fans von Soundgarden beliebte Lieder und Alben ist die Hoffnung auf ein letztes Studioalbum. Die verbliebenen Bandmitglieder haben bestätigt, dass sie an dem Album arbeiten, das Cornells Gesangsaufnahmen enthält. Dies ist ein emotionales Unterfangen, das die Musikwelt mit Spannung verfolgt. Es wäre ein letztes musikalisches Ausrufezeichen eines der größten Sänger aller Zeiten.
Die zeitlose Solo-Stimme: Auch Cornells Solo-Material ist unvergessen. Seine Interpretation des James-Bond-Titelsongs „You Know My Name“ für Casino Royale (2006) war der erste von einem Mann gesungene Bond-Song seit fast 20 Jahren und leitete die raue Ära von Daniel Craig ein. Und seine Coverversion von Princes „Nothing Compares 2 U“ (2016) wurde postum für einen Grammy nominiert und ist ein bewegender Nachruf auf den Sänger selbst.
Soundgarden waren Pioniere, deren Einfluss auf den Classic Rock und darüber hinaus unbestreitbar ist. Wenn du in Hamburg bist und den Geist der frühen Grunge-Ära erleben willst, denk daran, dass Soundgarden einst in der Markthalle spielten, als sie noch am Anfang ihrer Karriere standen. Lies mehr über diese und andere Gigs in unserem Beitrag über Legendäre Konzerte in Hamburg.
FAQ
Was sind die beliebtesten Lieder von Soundgarden?
Die bekanntesten und beliebtesten Lieder von Soundgarden stammen hauptsächlich vom Album Superunknown (1994). Dazu gehören „Black Hole Sun“, „Spoonman“, „Fell On Black Days“ und „The Day I Tried to Live“. Weitere essentielle Tracks sind „Rusty Cage“ und „Outshined“ vom Album Badmotorfinger.
Was ist der aktuelle Stand des letzten Soundgarden-Albums mit Chris Cornell?
Die verbliebenen Bandmitglieder haben bestätigt, dass ein letztes Soundgarden-Album, das bereits aufgenommene Gesangsspuren des verstorbenen Chris Cornell enthält, „über die Hälfte fertiggestellt“ ist. Es gibt jedoch noch kein offizielles Veröffentlichungsdatum, da die Arbeit daran ein komplexes und emotionales Unterfangen ist.
Warum gilt Chris Cornell als einer der besten Rocksänger?
Chris Cornell besaß eine außergewöhnliche Stimmgewalt mit einem Umfang von vier Oktaven, die er virtuos und emotional einsetzen konnte. Seine Stimme war in der Lage, sowohl bedrohlichen Metal als auch nachdenklichen Folk zu transportieren und wird oft mit Rock-Ikonen wie Robert Plant von Led Zeppelin verglichen.
Welches Soundgarden-Album gilt als das beste?
Obwohl die Meinungen variieren, wird Superunknown (1994) allgemein als das künstlerisch und kommerziell herausragendste Gesamtwerk von Soundgarden angesehen. Es verbindet die Härte ihrer früheren Werke mit einem melancholischen, komplexen Songwriting, das Kritiker dazu veranlasste, es als das „Sgt. Pepper’s des Grunge“ zu bezeichnen.







Leave a Reply